Gott GmbH und Co. KG

Eines der Mysterien im Leben ist neben dem Altern, dem Tod, der Liebe und anderen, der Glaube. Dieses Mysterium bewegt die Menschheit seit eh und je. Archäologen finden in den tiefsten Erdschichten noch Relikte, die auf ein religöses Rituell schließen lassen.

Ein Schnittbild der Erdschichten in dem hiesigen Breitengrad mit der Fokussierung auf religiöse Relikte würde wohl ein sehr interessantes Bild ergeben.

Stellen wir uns dieses Schnittbild mal vor und unternehmen so eine Zeitreise mit Blick auf die Symbolik der Religion.

Aus tiefsten Erdschichten würden wohl, Grabbeigaben in Form von kleinen tönernen Gottheiten erscheinen, bis man bei höheren Schichten bekanntere Gottheiten aus Ägypten, Griechenland und dem römischen Reich zu Gesicht bekäme.

Irgendwann würde sich die Vielfalt an Gottheiten einstellen und Kruzifixe würden in weiterer Höhe, aufgrund des geschichtlichen Verlaufs zunehmen. Wenige Zentimeter darüber würden Sichelmonde hinzukommen.

Das die Religion sich der Symbolik bedient besitzt eine einfache und in der Einfachheit die Schönheit bergende Erklärung. Um das Abstrakte zu begreifen entnimmt man die Mittel der Formenwelt. Der Liebe hat man die Herzform verliehen, denn man hat begriffen, dass die Liebe, wie das Herz, etwas existentielles ist, etwas mit dessen Ausbleiben der Mensch zugrunde geht, wie das Experiment Kaiser Friedrich II. zeigen konnte. Dem Tod verlieh man die schwarze Farbe, wissend dass die schwarze Farbe kein Licht reflektiert und somit keine Information mehr aus ihr zu entnehmen ist, wie es bei Toten der Fall ist.

Wir haben verstanden, dass das Abstrakte für das Verständnis eines Phänomens in Form und Farbe überführt wird. Ein Denkfehler schleicht sich aber eben an dieser Stelle ein. Indem wir dem Phänomen Form und Farbe verleihen, sind wir noch lange nicht in der Lage es zu beherrschen oder zu besitzen. Die Idee, dass die Liebe sich  proportional zu den geschenkten Herzen verhielte erscheint einem lächerlich. Die Idee, die Religiosität zu steigern, indem man dem Glauben in allen möglichen Ecken, in allen Formen und Farben zur Schau stellt hingegen nicht. Dieser Denkfehler erlaubt also den Irrtum, mit zur Schau gestellter Religiosität, in Besitz dessen zu sein.

Ein weiteres Übel ist, dass der Zeitgeist diesen Denkfehler ausschlachtet. Der Zeitgeist mit einem anderen Namen, die Ideologie der freien Marktwirtschaft, das wiederum ein klobiges Wort für das Verkaufen aller Form- und Farbbehehaftetem ist.

Durch die Allgegenwärtigkeit dieses Zeitgeistes erscheint es einem nicht mehr fremd, Eintrittsgebühren für heilige Stätten zu zahlen oder diese Stätten unwiderruflich zu verunstalten, sodass ein Maximum an Profit und ein Minimum an Unversehrtheit übrig bleibt. Ebenso erscheint es nicht fremdartig  religiöse Symbole wie das Kopftuch, den Kreuz etc. zu vergolden oder zu versilbern. Ich bin der Meinung, dass das Phänomen der Religion dadurch verstumpft und verkümmert und diese Verstümmelung durch die stärkere Hingabe an den Zeitgeist gefördert wird.

Aufhören möchte ich an dieser Stelle mit Mevlanas Worten:

Herkes dışını süslerken, sen içini, kalbini süsle“

Sinngemäß übersetzt:

„Während jeder sich um die Schönheit seines Äußeren kümmert; kümmer du dich um die Schönheit deines Herzens“

In dem Sinne Euch einen schönen Samstag

 

Euer Ömer!

Was ist Dekadenz?

Das Römische Reich war in seinen Grundfesten bestrebt zu expandieren. Dies brachte Rom großen Nutzen, nämlich Ertrag aus den besetzten Gebieten. Zunächst wurde mit diesem Ertrag Straßen gebaut und staatliche Einrichtungen errichtet. Diese Art von Wohlstand gefiel den Römern, denn ohne großartig etwas leisten zu müssen, brachten die Soldaten mit jedem Eroberungszug neue Reichtümer in die Stadt.

Nichtsdestotrotz gab es immer wieder Missstände. Diese wurden mit Gladiatorenkämpfen, dem Volk vergessen lassen. Es gab für die Aristokratie Roms kein Grund mehr sich irgendwelchen existentiellen Problemen zu widmen, so widmeten sie sich dem Genuß. Der Lebensstil baute sich nun auf Genußmaximierung. Das hieß, dass ausgelassene Feiern an der Tagesordnung standen. Ein groteskes Beispiel dieses Lebensstil ist wohl das goldene Ohrring am Ohr des Haushundes.

Es war aber längst nicht die Erde zum Garten Eden geworden. Ringsherum wurde das Reich von Germanen und Mongolen angegriffen, Völkerscharen reisten aufgrund des Nahrungsnotes in Richtung römisches Reich. Außerhalb Roms griff die Armut um sich. Das Volk scherte sich nicht mehr um Kriege, Missstände und der eigenen Vertretung. So wurde der Senat ausgehebelt.

Die Menschen in Rom waren dem gegenüber gleichgültig. Sie hatten ihr gigantisches Kolosseum bekommen. Die Ausgänge der täglichen Gladiatorenkämpfe, wurden ein zentraler Aspekt im leben des Volkes.

Das Ende der Geschichte ist, wie allen bekannt ist, der Zerfall Roms. Und die Moral der Geschichte: Jede Gesellschaft, die sich nicht für die Beseitigung der Missstände des Nächsten widmet und dessen einzige Tugend die Gier ist, ist dem Verfall verdammt!

Man kann sich Heute für die Tore eines Premiers freuen, während die Familienangehörige der im Grubenunglück gestorbenen, um ihre Rechte betrogen werden. Während in der Nachbarschaft just im Moment Kinder sterben. Während der Senat dabei ist vollkommen außer Kraft gesetzt zu werden.

Aus Gladiator (Film):
„Roms Herz schlägt wohl kaum für den Marmor im Senat, sondern eher für den Sand im Kolloseum. Er serviert ihnen den Tod und das Volk wird ihn dafür lieben.“

In dem Sinne Euch einen schönen Sonntag

 

Euer Ömer!
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