Der Nachthimmel 

Ein Tag in der anfänglichen Sommerzeit. Wir werfen einen Blick auf zwei Körper, die in einer Nacht auf dem Terassenboden liegen und den Nachthimmel beobachten. Die Sonne hinterließ durch seine über den Tag hinweg scheinenden Strahlen einen Gruß. Spürbar macht sich das durch die erwärmten Steinplatten.
Diese zwei Körper liegen aneinander umschlingend am Boden. Ihr Atemrhythmus ist sehr flach. Die Brust hebt und senkt sich daher in langen Abständen. Eine stille herrscht in diesem Mikrokosmos auf der Terrasse. Getrieben durch eine Brise, macht sich die Natur durch das Rascheln der Blätter bemerkbar. Dieser Klang der Blätter holt die Körper aus dem gedanklichen Nirvana in das Hier und Jetzt. Sie sind wieder auf der Terrasse verankert. Ihren Platz im Raum gefunden, blicken die Körper gedankenfrei in den Nachthimmel. Sie sind auf Auskundschaftsreise. Bemerken bei genauerem Hinsehen das Flackern mancher Sterne. Auf Auskundschaftsreise herrscht in den Köpfen Stille. Es ist die Zeit der Wahrnehmung. Das bisherige Auskundschaften mit der Wahrnehmung ähnelt dem Vorspiel.

Nun wird die leichte Brise auf der Haut, die für eine Kälte sorgt, der Vorbote des Höhepunkts. Der Körper ist der Kälte auf der einen Seite ausgesetzt. Bekommt an der Berührungsseite hingegen die Wärme zu spüren. Es dauert nicht lange und es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen rauer Kälte auf der einen Seite und schützend, wärmende Haut auf der Berührungsseite ein. Das Gleichgewicht gipfelt sich im Höhepunkt durch ein seltsames Kribbeln und einem Knauschigkeitsgefühl. Dieses innerliche Knistern wandert dabei aus dem Inneren des Körpers nach Außen hin. Das Bedürfnis dieses Gefühl festhalten zu wollen verfestigt sich in einem unscheinbaren Lächeln. Ein wenig später ist der Höhepunkt vorbei. Das Knauschigkeitsgefühl ist weg. Der Atemrhythmus wird nun ein kleines bisschen flacher. Ein Augenblick aus dem Dasein.

Abendröte, Stuttgart – Weilimdorf 2016

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