Bestrahlung (Protokoll)

22.04.18

Ich werde Anfang Mai im Kopf mit der Ganzkopfbestrahlung bestrahlt. Die Kopfmetastasen haben sich feucht fröhlich vermehrt und sind mäßig beeindruckt von der Tablettentherapie, die ich einnehme. Der Zustand vor der Bestrahlung ist derart, dass ich leichte Kopfschmerzen habe.

23.04.18

Heute wird der Kopf kartiert. Etliche Metastasen sollen durch die Strahlungsenergie zerstört werden. Was ich dazu denke?

Denke ich überhaupt noch etwas. Was unterscheidet mich inzwischen von einer Pflanze. Ich bin nur noch der Selbsterhaltungstrieb. Alles andere lässt sich mir nicht erkennen. Welch eine rühmliche Art zu existieren. Ich will das nicht. Ich habe mir eine Aufgabe erteilt, ein neues Konzept entworfen. Die Kinder dieser und nächster Generationen sollen nicht dasselbe Schicksal erleiden, zumindestens sollen sie nicht denselben Risiken ausgesetzt werden.

Zigarettenverbot! Im Auto soll es beginnen und bis in die Wohnung reichen. Überall da, wo auch Kinder anwesend sind. Um 15:30 ist der Termin in der Klinik

Die Kartierung lief reibungslos ab. Unspektakulär. Ps: Nach paar Gläsern Wein falle ich vom vorhin beschriebenen Existenz-Automaten ab. Das ist schon mal gut.

25.05.18

Mein Schrecken, die Ganzkopfbestrahlung wird, wenn ich Glück habe umgangen.

26.05.18

Besuch der Thoraxklinik in Heidelberg für eine 2. Meinung.

02.05.18

Der Besuch war absolut für die Katz‘. Beschreibung der aktuellen Situation:

Ich habe leider etliche Metastasen im Gehirn. Das sind Zellhaufen, die da nicht hingehören und gesundes Gewebe verdrängen oder/und den Hirndruck erhöhen (Der Grund für die Kopfschmerzen). Mit ungebetenen Gästen im Gehirn ist absolut nicht zu spaßen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, um die Situation zu entschärfen

  1. Bestrahlung
  2. Medikamentös

Die Bestrahlung, in meinem Fall, die Ganzkopfbestrahlung, zerstört leider auch sehr viele gesunde Zellen, so dass mit Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten zu rechnen ist.

Der zweite Weg, ist der von mir favorisierte Weg. Das aktuelle Medikament kommt durch die Blut-Hirn-Schranke (Wiki-Link ) nicht hindurch. Das Nachfolgemedikament mit dem Wirkstoff Osimertinib aber schon. Nur ist derzeit die Bedingung für den Erhalt dieses Medikaments sehr speziell und ich erfülle sie nicht. Der Punkt ist aber nun, dass diese Bedingung in Kürze (Monatszeitraum) aufgehoben sein wird, siehe Abbildung unten. Das würde bedeuten, dass ich eine heftige Therapiemaßnahme mit möglichen schweren Folgen, für das restliche Leben annehme, weil die Bedingung formal noch nicht aufgehoben wurde.

osimer
Aus einem Schriftwechsel mit dem Vertreiber des Medikaments (Astra Zaneca)

Dass das unsinnig ist, sehe ich als Laie und mein Arzt allemal. Daher gehen wir jetzt den Weg, dass wir die Kasse um eine vorzeitige Erlaubnis bitten.

Eigentlich sollte die Bestrahlung morgen stattfinden, jetzt wird es um eine Woche verschoben. Die Verlängerung im Ganzen sozusagen und somit bleibt das Ganze weiterhin spannend.

07.05.18

Verschoben auf den 14.05.18

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: